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Sandra Meinzenbach

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Anglizismen richtig schreiben (Teil 1): Substantive + Verben

Sandra Meinzenbach · 7. August 2026 ·

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Substantive
Groß- oder Kleinschreibung
Grammatisches Geschlecht samt Artikel
Deklination
Pluralbildung
Verben
Konjugation
Verben auf „eln“
Verben mit Präfix
Infinitive mit „zu“
Partizipien
Zu guter Letzt …

Anglizismen haben sich in unserer Sprache eingebürgert. Und sicherlich nutzen Sie in Ihren Unternehmenstexten Wörter, die aus dem Englischen stammen: immer wieder, gelegentlich oder nur in Ausnahmefällen. Aber wenn Sie Anglizismen verwenden: Sind Sie in Sachen Rechtschreibung sattelfest – oder unsicher?

Die meisten Anglizismen haben sich in Schreibung und Grammatik an deutsche Regeln angepasst. In diesem Beitrag nehme ich mir Substantive und Verben aus dem Englischen vor. Bei Substantiven geht’s um die Groß- oder Kleinschreibung – und außerdem um das grammatische Geschlecht, um die korrekte Deklination und um die Pluralbildung. Bei Verben setze ich mich dagegen mit der richtigen Konjugation, mit Infinitiven mit „zu“ und korrekt zu bildenden Partizipien auseinander.

Dabei gehe ich auf Ansätze und Regeln ein – und darauf, wo sich Anglizismen von diesen Regeln unterscheiden. Damit Sie Anglizismen richtig schreiben können: Rechtschreibfehler sind hoffentlich passé.

Substantive

Groß- oder Kleinschreibung

Substantive und Substantivierungen werden im Deutschen bekanntlich großgeschrieben: vorteilhaft im Sinne der Verständlichkeit und besserer Lesbarkeit. Im Englischen und Amerikanischen dagegen nicht: Hier werden sämtliche Substantive kleingeschrieben – mit Ausnahme von

  • Satzanfängen,
  • Personennamen,
  • Eigen- oder Markennamen,
  • Orts- und Firmennamen,
  • Titeln,
  • abgekürzten Anredeformen („Mr“, „Mrs“, „Ms“) und
  • etlichen weiteren Fällen.

Nutzen Sie allerdings Anglizismen, schreiben Sie Substantive und Substantivierungen groß. Das erste Wort beginnt im Deutschen (unabhängig von der Wortart) mit einem großen Anfangsbuchstaben. Artikel, Präpositionen oder Partikel im Inneren Ihrer Anglizismen schreiben Sie dagegen klein:

  • „Brainstorming“,
  • „Catering“,
  • „Do it yourself“,
  • „Internet of Things“,
  • „Log-out“,
  • „Public Relations“,
  • „Social Media“,
  • „State of the Art“.

Grammatisches Geschlecht samt Artikel

Der englische Artikel „the“ steht für männliche, weibliche und sächliche Substantive. Wenn Sie Anglizismen richtig schreiben wollen, stellt sich daher die Frage: Welches grammatische Geschlecht ist das richtige? Hier gibt es Richtlinien – aber keine verbindlichen Regeln und etliche Ausnahmen.

In der Regel hat sich bei Anglizismen eine Orientierung an deutschen Übersetzungen und/oder ähnlichen Bedeutungen etabliert:

  • „das Handout“ für „das Informationsblatt“,
  • „die E-Mail“ für „die elektronische Post“ oder
  • „der Facility Manager“ für „der Hausmeister“.

Ausnahmen: Allerdings besitzen Anglizismen nicht immer das gleiche grammatische Geschlecht wie (sinnverwandte) deutsche Übersetzungen:

  • „das Coaching“ und „die Beratung“,
  • „das Feedback“ und „die Rückmeldung“ oder
  • „das Team“ und „die Arbeitsgruppe“.

Anglizismen auf „er“ sind oft maskulin – weil auch etliche deutsche Substantive mit der Endung „er“ männlich sind:

  • „der Browser“,
  • „der Computer“,
  • „der Decoder“ oder
  • „der Joker“.

Ausnahmen: Bereits deutsche Substantive auf „er“ können weiblich oder sächlich sein – und auch bei Anglizismen gibt es Ausnahmen:

  • „das Cover“,
  • „die Power“,
  • „das Snooker“.

Ebenfalls maskulin sind Einsilber, die sich von englischen Verben ableiten:

  • „der Chat“,
  • „der Move“ oder
  • „der Shop“.

Anglizismen mit gleichen Endungen erhalten häufig das gleiche grammatische Geschlecht:

  • „die Publicity“,
  • „die Community“,
  • „die Company“,
  • „das Briefing“,
  • „das Multitasking“ oder
  • „das Coaching“.

Ausnahmen: Trotz identischer Endungen kann sich das grammatische Geschlecht im Deutschen verändern. Und für einige Anglizismen sind zwei Artikel gebräuchlich:

  • „der Penalty“,
  • „das Spray“ und (selten) „der Spray“,
  • „das Looping“ und „der Looping“.

Für etliche englische Begriffe sind im Deutschen zwei Artikel korrekt. Anglizismen richtig zu schreiben, funktioniert demnach so:

  • „das Cookie“ und „der Cookie“,
  • „das Hashtag“ und „der Hashtag“,
  • „das Hightech“ und „die Hightech“,
  • „die E-Mail“ und „das E-Mail“,
  • „der Event“ und „das Event“ oder
  • „die Firewall“ und „der Firewall“.

Falls Sie unsicher sind, hilft nur ein Blick in den Duden. Allerdings sind viele Anglizismen so fest in unserem Sprachgebrauch verankert, dass die Auswahl des richtigen Artikels kein Problem darstellen sollte.

Anglizismen richtig schreiben: Wortwolke mit mehreren englischen Adjektiven

Deklination

Aus dem Englischen oder Amerikanischen stammende Substantive beugen Sie in der Regel wie deutsche Substantive. Die Deklination folgt der s-Flexion. Männliche und sächliche Substantive enden im Genitiv auf „s“ oder „es“ – bei den meisten Substantiven, die im Deutschen gängig sind:

  • „des Brainstormings“,
  • „des Finish(e)s“,
  • „des Greenwashings“ oder
  • „des Shoppings“.

Bei weniger gebräuchlichen Anglizismen können Sie laut Duden mit oder ohne Genitiv-S schreiben:

  • „des Engineering(s)“,
  • „des Stand-by(s)“ oder
  • „des Whistleblowing(s)“.

Ohne Deklination mit Genitiv-S kommen dagegen folgende Anglizismen aus:

  • „des Homeoffice“,
  • Eigennamen wie „des Cold War“,
  • Zitate englischer Phrasen oder
  • äußert selten verwendete (fachsprachliche) Anglizismen.

Pluralbildung

Im Englischen und im Amerikanischen enden etliche Substantive im Singular auf „y“ – und erhalten die Pluralendung „ies“. Im Deutschen bilden Sie den Plural allerdings auf „ys“. Korrekt sind Formen wie

  • „die Afterwork-Partys“,
  • „die Lobbys“ oder
  • „die Storys“.

Ausnahmen: Sonderfälle sind Anglizismen, die bereits im Singular auf „ie“ enden. Wenn Sie solche Anglizismen richtig schreiben wollen, bilden Sie auch den deutschen Plural mit „ies“:

  • „Brownie“ und „Brownies“ oder
  • „Junkie“ und „Junkies“.

Und wenn Sie englische Wendungen zitieren, bleibt ebenfalls der Plural auf „ies“ erhalten:

  • „die Golden Twenties“,
  • „Keep your friends close, but your enemies closer“.

Verben

Konjugation

Aus dem Englischen übernommene Verben beugen Sie in aller Regel wie im Deutschen: nach der sogenannten regelmäßigen Konjugation. Der Verbstamm bleibt unverändert, sämtliche Beugungsendungen hängen Sie einfach an:

  • „scannen“: „ich scanne“, „sie scannte“, „wir haben gescannt“ oder
  • „zoomen“: „ich zoome“, „wir zoomten“, „wir haben gezoomt“.

Unregelmäßige Konjugation: Hier ändern sich Vokale im Verbstamm: beispielsweise bei

  • „sich bewerben“: „du bewirbst dich“, „er bewarb sich“, „ich habe mich beworben“,
  • „gehen“: „du gehst“, „sie ging“, „ich bin gegangen“,
  • „schreiben“: „du schreibst“, „wir schrieben“, „wir haben geschrieben“.

Das gilt auch für Verben, die von Substantiven oder Abkürzungen abgeleitet werden:

  • „simsen“ von „SMS“ oder
  • „googeln“ von „Google“.

Bei Verben, die auf „eln“ enden, gibt es allerdings eine Sonderregelung:

Verben auf „eln“

Während englische Verben auf „le“ enden („to google“, „to scrabble“), haben sich Anglizismen im Deutschen an unsere hiesigen Schreibweisen angepasst. Die Endung „le“ ist zu „eln“ geworden – und bei der Konjugation können Sie im Indikativ Präsens und in der 1. Person Singular zwei Varianten nutzen:

  • „ich google“ und „ich googele“,
  • „ich cancle“ und „ich cancele“ oder
  • „ich recycle“ und „ich recycele“.

Das zusätzlich eingefügte „E“ entfällt jedoch häufig – ebenso, wie sich im Deutschen die besser lesbaren Formen „ich handle“ oder „ich fachsimple“ (statt „ich handele“ oder „ich fachsimpele“) eingebürgert haben.

Verben mit Präfix

Einige Anglizismen besitzen eine Vorsilbe – und in einigen Fällen trennen Sie bei der Konjugation den ersten Bestandteil nicht ab: bei

  • „downloaden“: „ich downloade“ (statt „ich loade down“),
  • „forwarden“: „du forwardest“ (statt „du wardest for“) oder
  • „upgraden“: „wir upgraden“ (statt „wir graden up“).

Ausnahmen: Anglizismen richtig zu schreiben, heißt aber auch: Bei anderen Begriffen können Sie das Präfix abtrennen – und gleichfalls in einem Wort schreiben. So bei

  • „outsourcen“: „wir sourcten out“ und „wir outsourcten“.

Infinitive mit „zu“

In Nebensätzen brauchen Sie mitunter Infinitive mit „zu“. Schon im Deutschen trennen Sie den Infinitivpartikel vom Verb – oder fügen „zu“ in Ihr Verb ein:

  • „den neuen Newsletter zu schreiben …“,
  • „sich mit den Geschäftszahlen auseinanderzusetzen …“.

Bei Anglizismen mit Präfixen binden Sie „zu“ in der Regel in die Verben ein:

  • „outzusourcen“ oder
  • „upzugraden“.

Ausnahmen: Ausnahmen bestätigen die Regel. Auch bei Anglizismen ist es üblich, in einem Wort zu schreiben – und „zu“ gleichfalls abzutrennen:

  • „downzuloaden“ oder „zu downloaden“.

Partizipien

Partizipien können Sie nach deutschen Regeln oder nach der englischen Schreibung mit der Endung „ed“ bilden. Diese Form der Konjugation gilt bei allen englischen Verben, die auf ein stummes „E“ enden:

  • „Er hat den Motor getunt“ und „Er hat den Motor getuned“,
  • „Das Foto wurde gefakt“ oder „Das Foto wurde gefaked“.

Doch wenn Sie Partizipien beugen oder steigern, ist allein die deutsche Beugungsendung korrekt. Anglizismen richtig schreiben – das geht so:

  • „ein offensichtlich gefaktes Foto verwenden“ oder
  • „ein noch gefakteres Foto nutzen“.

Bei englischen Verben mit Präfixen fügen Sie den im Deutschen nötigen Einschub „ge“ zwischen Vorsilbe und Verbstamm ein:

  • „outgesourced“ oder
  • „upgedatet“.

Ausnahmen: Gelegentlich haben sich auch Alternativen durchgesetzt. Hierzu gibt es allerdings keine verbindlichen Rechtschreibregeln:

  • „gebrainstormt“,
  • „gedownloadet“,
  • „geforwardet“,
  • „geoutsourct“.

Zu guter Letzt …

Zugegeben: Die Regeln rund um englische Substantive und Verben sind angesichts vieler Ausnahmen und Sonderregelungen kompliziert. Doch ich hoffe, Ihnen einen guten Überblick gegeben zu haben: damit Sie Anglizismen richtig schreiben und korrekt mit potenziellen Zweifelsfällen umgehen können.

Die Rechtschreibregeln rund um Anglizismen reichen natürlich über Substantive und ihr grammatisches Geschlecht, ihre Deklination und die Pluralbildung hinaus. Und ebenso über Verben und ihre Konjugation. In einem meiner nächsten Blogbeiträge wird es um Zusammensetzungen, um Anglizismen als feste Wendungen und um Eigennamen gehen. Dabei berücksichtige ich auch einige Sonderfälle, die gerade in Ihren Unternehmenstexten eine Rolle spielen können. Haben Sie noch etwas Geduld.

Weiterlesen?

  • Anglizismen verwenden: Sinnvoll oder unvorteilhaft in Ihren Unternehmenstexten?
  • Texte selbst korrigieren: 10 Tipps für bestmögliche Fehlerfreiheit
  • Korrektorat oder Lektorat: Welche Unterschiede gibt’s?
2 Kommentare
Neueste
Älteste
Jacqueline Preisig
8. August 2026 15:37

Vielen Dank für die trotz aller Komplexität saubere und übersichtliche Zusammenstellung! Ich kann mir sehr gut vorstellen, wie groß der Aufwand ist, bis das alles zusammengetragen und klar formuliert ist. (Einzig über das noch gefaktere Foto stolpere ich. Kann man gefaked steigern?)

Antworten
Autor
Sandra Meinzenbach
11. August 2026 10:39
Antwort auf  Jacqueline Preisig

Danke für Ihr Feedback.
„Gefaked“ ist eigentlich nicht steigerbar. Die etwas komisch anmutende Wendung sei mir verziehen, weil ich ein Beispiel im Text unterbringen wollte. Ein anderer Beispielsatz, vielleicht mit „die meistgegoogelteste Website“, wäre aber auch kein gutes Deutsch. Ich selbst würde Partizipien grundsätzlich nicht steigern. 😉

Viele Grüße
Sandra Meinzenbach

Antworten

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