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Sandra Meinzenbach

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„Du“, „dir“, „Dich“ oder „dein“: Groß- oder Kleinschreibung?

Sandra Meinzenbach · 12. Dezember 2025 ·

Anredepronomen wie „du“, „dir“, „dich“ oder „dein“ werden in der Regel kleingeschrieben. Allerdings ist auch die Großschreibung möglich. Doch dabei kommt es auf den Kontext an – konkret: an wen Sie Ihre Botschaften, Fragen oder Aufforderungen richten.

Pronomen wie „du“ oder „dir“: Kleinschreibung

Stellenausschreibung für die Region Merseburg: Ausbildung zur Fachkraft für Rohr-, Kanal- und Industrieservice mit dem Slogan "Worauf wartest Du?". "Du" wurde fälschlicherweise großgeschrieben.

Das Problem bei „Worauf wartest Du?“: Diese Ausschreibung eines Ausbildungsplatzes richtet sich an eine breitere Masse.

Wenn Sie Ihre Adressatinnen und Adressaten nicht persönlich kennen, müssen Sie Pronomen wie „du“, „dir“ oder „dein“ kleinschreiben: immer dann, wenn Sie sie nicht individuell ansprechen können. Die Kleinschreibung ist nicht nur im Falle von Stellenausschreibungen obligatorisch, sondern auch bei

  • Websitetexten und Blogbeiträgen,
  • Social-Media-Kampagnen,
  • Flyern,
  • Newsletters,
  • Präsentationen oder
  • Werbeanzeigen.

Pronomen wie „Du“ und „Dein“: Groß- oder Kleinschreibung

Große Anfangsbuchstaben sind allerdings möglich, wenn Sie Ihr Gegenüber persönlich kennen: beispielsweise in

  • individuellen Briefen oder E-Mails: „Morgen kannst du/Du vorbeikommen“,
  • Notizen an Ihren Mann oder Ihre Kollegin: „Bitte dran denken, dass du/Du mich morgen abholst“,
  • Glückwünschen und Widmungen: „Ich wünsche dir/Dir alles Gute“ oder
  • schriftlichen Kommentaren – vielleicht, wenn Sie einen Text für einen guten Freund gegenlesen: „Das hast du/Du optimal formuliert“.

Der Duden empfiehlt im Falle persönlicher Nachrichten die Großschreibung. Allerdings: Wenn Sie kleinschreiben, liegen Sie immer richtig – ohne sich über Ihr Verhältnis zu Ihren Leserinnen und Lesern Gedanken machen zu müssen.

Mehrere Personen ansprechen: „euch“ oder „Euer“?

Anzeige mit der Aufschrift "Interessante Praktikums-, Ausbildungs- und Studienangebote warten auf Euch!". "Euch" wurde fälschlicherweise großgeschrieben.

Dass Sie Anredepronomen klein- oder großschreiben können, falls Sie Ihre Adressaten persönlich kennen, gilt übrigens auch für „euch“ und „Euch“ – oder für „euer“ und „Euer“.

Bei „Interessante Praktikums-, Ausbildungs- und Studienangebote warten auf Euch!“ ist das allerdings nicht der Fall. Hier geht’s um viele Interessentinnen oder Leser: Es ist nicht klar, wer eigentlich angesprochen wird. Daher muss kleingeschrieben werden.

Ein großer Anfangsbuchstabe wäre nur bei einer individuellen Nachricht an mehrere Personen möglich:

  • in E-Mails,
  • auf Postkarten oder
  • in persönlichen Notizen.

Weiterlesen?

  • „Frischer Deutscher Spargel“ …?
  • „Herzlich Willkommen“ …?
  • „Online Marketing Manager / Mitarbeiter Online Marketing (m/w/d)“ …
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