Anredepronomen wie „du“, „dir“, „dich“ oder „dein“ werden in der Regel kleingeschrieben. Allerdings ist auch die Großschreibung möglich. Doch dabei kommt es auf den Kontext an – konkret: an wen Sie Ihre Botschaften, Fragen oder Aufforderungen richten.
Pronomen wie „du“ oder „dir“: Kleinschreibung

Das Problem bei „Worauf wartest Du?“: Diese Ausschreibung eines Ausbildungsplatzes richtet sich an eine breitere Masse.
Wenn Sie Ihre Adressatinnen und Adressaten nicht persönlich kennen, müssen Sie Pronomen wie „du“, „dir“ oder „dein“ kleinschreiben: immer dann, wenn Sie sie nicht individuell ansprechen können. Die Kleinschreibung ist nicht nur im Falle von Stellenausschreibungen obligatorisch, sondern auch bei
- Websitetexten und Blogbeiträgen,
- Social-Media-Kampagnen,
- Flyern,
- Newsletters,
- Präsentationen oder
- Werbeanzeigen.
Pronomen wie „Du“ und „Dein“: Groß- oder Kleinschreibung
Große Anfangsbuchstaben sind allerdings möglich, wenn Sie Ihr Gegenüber persönlich kennen: beispielsweise in
- individuellen Briefen oder E-Mails: „Morgen kannst du/Du vorbeikommen“,
- Notizen an Ihren Mann oder Ihre Kollegin: „Bitte dran denken, dass du/Du mich morgen abholst“,
- Glückwünschen und Widmungen: „Ich wünsche dir/Dir alles Gute“ oder
- schriftlichen Kommentaren – vielleicht, wenn Sie einen Text für einen guten Freund gegenlesen: „Das hast du/Du optimal formuliert“.
Der Duden empfiehlt im Falle persönlicher Nachrichten die Großschreibung. Allerdings: Wenn Sie kleinschreiben, liegen Sie immer richtig – ohne sich über Ihr Verhältnis zu Ihren Leserinnen und Lesern Gedanken machen zu müssen.
Mehrere Personen ansprechen: „euch“ oder „Euer“?

Dass Sie Anredepronomen klein- oder großschreiben können, falls Sie Ihre Adressaten persönlich kennen, gilt übrigens auch für „euch“ und „Euch“ – oder für „euer“ und „Euer“.
Bei „Interessante Praktikums-, Ausbildungs- und Studienangebote warten auf Euch!“ ist das allerdings nicht der Fall. Hier geht’s um viele Interessentinnen oder Leser: Es ist nicht klar, wer eigentlich angesprochen wird. Daher muss kleingeschrieben werden.
Ein großer Anfangsbuchstabe wäre nur bei einer individuellen Nachricht an mehrere Personen möglich:
- in E-Mails,
- auf Postkarten oder
- in persönlichen Notizen.
Weiterlesen?
- „Frischer Deutscher Spargel“ …?
- „Herzlich Willkommen“ …?
- „Online Marketing Manager / Mitarbeiter Online Marketing (m/w/d)“ …

